(BZfE) – Sanddornbüsche sind ein typischer Anblick in deutschen Küstengebieten. Auf den meist sandigen Böden wachsen die großen Büsche mit den langen Dornen und den schmalen silbergrünen Blättern besonders gut. Im Herbst tragen sie leuchtend orangefarbene Beeren. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gibt es auch kommerzielle Anbaugebiete für die herb-säuerliche Frucht. Das hat unter anderem historische Gründe, denn Sanddorn war in der DDR wichtig für die Versorgung mit Vitamin C. Vielleicht bekam die Beere so auch den Beinamen „Zitrone des Nordens“. Für 2025 meldet das Statistische Bundesamt eine Erntemenge von 466 Tonnen in ganz Deutschland.
Heute ist Sanddorn weiterhin ein regionales Nischenprodukt, doch die kleinen Beeren haben einiges zu bieten. Schon ihre orange Farbe verrät: Da steckt Beta-Carotin drin, die Vorstufe von Vitamin A. Neben dem bereits erwähnten Vitamin C enthalten die Beeren auch noch Vitamin E, Eisen, Magnesium, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und weitere Antioxidantien. Eine Besonderheit der Früchte ist, dass sie ungesättigte Fettsäuren enthalten. „Sanddorn bietet einen tollen und eher ungewöhnlichen Nährstoffmix. Das gilt auch für die möglichst schonend verarbeiteten Früchte, die frisch im Handel kaum zu finden sind“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung.
Sanddornprodukte kann man vor allem in den Touristengebieten an der Nord- oder Ostsee oder über den Onlinehandel kaufen. Neben Tee, Bonbons, Likör, Saft, Gummibärchen, Marmelade und Öl wird die Beere auch in Trendprodukten wie Shots genutzt. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte allerdings aufpassen, denn die Säuren und Gerbstoffe können die Schleimhaut reizen. Das gilt besonders auf nüchternen Magen.
Bevor der Sanddorn verarbeitet werden kann, müssen die Beeren geerntet werden. Das ist gar nicht so einfach, denn die Beeren sitzen sehr fest an den Zweigen und platzen oft schon bei leichter Berührung. Mit dicken Handschuhen ist es zwar möglich, direkt an den dornigen Büschen zu ernten, die Profi-Betriebe gehen jedoch einen anderen Weg: Sie schneiden ganze Zweige ab und frieren sie ein. Danach lassen sich die Beeren leicht von den Zweigen entfernen. Industriell werden die Zweige bei minus 36 Grad Celsius eingefroren, die Methode klappt aber mit kleinen Mengen auch zu Hause im Gefrierfach bei minus 18 Grad Celsius. Hier sind die Früchte nach ungefähr einem Tag vollständig gefroren.
Pur schmeckt Sanddorn allerdings sehr herb und sauer. Die Beeren können entweder püriert oder entsaftet zu Marmelade oder Gelee gekocht werden. Wer es sauer mag, kann das Püree pur in Eiswürfelformen einfrieren und dann im Müsli oder einem Salatdressing nutzen. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Früchte zu trocknen und als Topping auf Salat oder Dessert zu streuen. Ein wenig Sanddornaroma gibt auch Möhren- oder Kürbissuppe das gewisse Etwas.
Julia Icking, bzfe.de
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