Weniger Jodsalz in verpackten Lebensmitteln

Produkt-Monitoring zeigt rückläufige Verwendung

Auf der Rückseite einer Würstchenverpackung sind Zutaten, wie etwa jodiertes Speisesalz, und die Nährstoffangaben abgebildet. © PhotoSG – stock.adobe.com

(BZfE) – Die Versorgung der Menschen in Deutschland mit dem lebensnotwendigen Spurenelement Jod geht seit einiger Zeit zurück. Das zeigen Studien. Deshalb erhielt das Max Rubner-Institut (MRI) den Auftrag, im Rahmen des jährlich durchgeführten Produktmonitorings ebenfalls zu erfassen, wie viele verpackte Lebensmittel hierzulande mit jodiertem Speisesalz hergestellt werden. Das sogenannte Jodsalz-Monitoring soll helfen, die Jodmenge abzuschätzen, die die Bevölkerung durchschnittlich über industriell hergestellte Lebensmittel aufnimmt. Aus diesen und weiteren Daten können Empfehlungen und Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit abgeleitet werden. 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil an verpackten Lebensmitteln, die Jodsalz enthalten, tendenziell zurückgeht. 

  • Bei Brot und Brötchen sank der Anteil von 2020 bis 2025 von 13 Prozent auf 9 Prozent.
  • Bei Wurstwaren sank der Jodsalzeinsatz von 2020 bis 2025 von 48 Prozent auf 34 Prozent der Produkte.
  • Bei Fleischerzeugnissen ging der Anteil der Produkte mit Jodsalz von 19 Prozent 2020 auf 16 Prozent 2025 zurück.
  • Bei den pflanzlichen Fleisch- und Wurstalternativen verringerte sich der Jodsalzeinsatz von 2021 bis 2024 von 6,4 Prozent auf 5,7 Prozent der Produkte. 

2025 war der Anteil an jodsalzhaltigen Produkten bei den Instantsuppen und -gerichten mit 36 Prozent am höchsten, gefolgt von Fertigsuppen mit 29 Prozent und Eintöpfen mit 19 Prozent.

Bio-Lebensmittel enthielten laut Bericht in allen Produktgruppen wesentlich seltener Jodsalz; Fleischerzeugnisse, Eintöpfe sowie Instantsuppen und -gerichte in Bio-Qualität wiesen zum Beispiel kein Jodsalz auf. Bei Bio-Broten und -Gebäck, -Wurstwaren oder -Suppen erschien nur bei wenigen Produkten Jodsalz in der Zutatenliste. Bio-Wurstwaren hatten mit rund 7 Prozent den höchsten Jodsalzanteil unter den Bio-Lebensmitteln.

Wer seine Jodversorgung unterstützen möchte, kann grundsätzlich jodiertes Speisesalz zum Würzen verwenden und regelmäßig natürlicherweise jodliefernde Nahrungsmittel wie Meeresfisch und Meeresfrüchte sowie Milch, Milchprodukte oder Ei essen. Vereinzelt sind auch pflanzliche Alternativprodukte mit Jod angereichert.

Beim Lebensmitteleinkauf am besten auf die Zutatenliste achten. In Bäckerei oder Metzgerei gibt das Verkaufspersonal auf Nachfrage Auskunft, ob das Lebensmittel Jodsalz enthält. 

Dr. Birgit Jähnig, bzfe.de

Weitere Informationen:

MRI: Reduktion von Zucker, Fett und Salz – Produktmonitoring

MRI: Ergänzende Auswertungen zum Produktmonitoring 2025, Verwendung von Jodsalz in Brot und Kleingebäck, Wurstwaren und weiteren Fleischerzeugnissen sowie Suppen, Eintöpfen, Instantsuppen und -gerichten

BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz – weniger Salz, mehr Kräuter und Gewürze für die Gesundheit

BZfE: Neue Empfehlungen für die Jodzufuhr – Bedarf bleibt gleich 

BMLEH: Wenn Salz, dann Jodsalz

(Bildquelle: © PhotoSG – stock.adobe.com)